Die Muscle-Tissue-Culture-Collection (MTCC) wurde im Jahr 1998 am Friedrich-Baur-Institut eingerichtet und durch eine Anschubfinanzierung der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM) unterstützt. Seitdem wurde und wird die MTCC durch die Association Française contre les Myopathies (AFM), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Europäische Kommission (Fünftes Rahmenprogramm) gefördert. Von 2003-2011 ist die MTCC eine zentrale Serviceeinrichtung des deutschen Muskeldystrophie-Netzwerks MD-NET, seit 2009 auch des Deutschen Netzwerkes für Mitochondriale Erkrankungen mitoNET.
Die Serviceeinrichtung sammelt, verarbeitet und archiviert vitale Muskelzellen (Myoblasten) verschiedenster Muskelkrankheiten, und stellt diese dann für zahlreiche, nicht-kommerzielle Forschungsprojekte zu neuromuskulären Erkrankungen zur Verfügung. Gerade funktionelle Untersuchungen zur Krankeitsentstehung in der Muskelzelle (zelluläre Pathogenese) und zur Korrektur der Krankheits-spezifischen zellulären Abläufe (molekulare Therapie) profitieren erheblich von diesem Angebot. So haben in den letzten 13 Jahren Forschungsprojekte an mehr als 100 Instituten im In- und Ausland direkt von dem Einsatz der von der MTCC zur Verfügung gestellten Myoblasten profitiert, oder wurden erst durch diese möglich gemacht (siehe auch die Literaturliste unten).
Die MTCC wird von vielen Zentren in Deutschland unterstützt und leistet einen wesentlichen Beitrag bei der Etablierung und Durchführung von Forschungsprojekten. Für interessierte Wissenschaftler und technisches Personal werden regelmäßig Trainingsprogramme in der Technik der Myoblastenkultur sowie weitgehende Beratungsleistungen in der Durchführung von Zellkulturexperimenten angeboten. Der Einsatz kultivierter, humaner Muskelzellen für neuromuskuläre Forschungsarbeiten sowohl auf dem Gebiet der klinischen Medizin, als auch in der Grundlagenforschung wird auch in Zukunft helfen, die Pathomechanismen von neuromuskulären Krankheiten besser zu verstehen, um so die Entwicklung neuer therapeutischer Strategien für diese seltenen Erkrankungen zu fördern.
Darüber hinaus ist die MTCC seit 2003 Gründungsmitglied und Partner einer multinationalen europäischen Initiative, genannt „EuroBioBank“. Die Vernetzung von Biomaterialbanken ist insbesondere für die Forschung zu seltenen Erkrankungen essentiell. EuroBioBank ist das erste operierende Netzwerk in Europa, das spezifisch für seltene Erkrankungen humanes biologisches Material (DNA, Gewebe, Zellkulturen) zu Forschungszwecken zur Verfügung stellt. Mittlerweile sind über 80.000 Proben über die Banken des Konsortiums erhältlich. Für mehr Informationen siehe die Beschreibung auf der EuroBioBank-Website. Seit 2005 ist der Initiator der MTCC Prof. Lochmüller der wissenschaftliche Koordinator von EuroBioBank. MTCC und Eurobiobank setzen diese Arbeit als Partner im Network of Excellence TREAT-NMD von 2007 bis 2011 erfolgreich fort..
Patientenaufklärung Muskelbank
Patienteneinwilligung Muskelbank
Informationen zur Einsendung von Biopsiematerial (Deutsch)
Informationen zur Einsendung von Biopsiematerial (Englisch)
Agreement form zum Bezug von Myoblasten-Kulturen (Englisch)
Myoblasten-Kulturen können im Online-Katalog der EuroBioBank ausgewählt werden.
Weitere Informationen zur Einsendung von Biopsiematerial und zum Bezug von Myoblasten-Kulturen sowie zu spezifischen Beratungsleistungen und Trainingsprogrammen sind per E-Mail unter mtcc.bitte.entfernen@med.uni-muenchen.bitte.entfernen.de oder telefonisch unter 089/5160-7480 erhältlich.
mtcc.bitte.entfernen@med.uni-muenchen.bitte.entfernen.de
Dr. Peter Schneiderat
Julia Emmerich